Trockedock - die Schwimmteich-Soap

oder: „Der Fisch im Schwimmteich”

Wimperkugeln kommen besonders in eutrophen Gewässern vor, d.h. Schwimmteiche mit hohem Phosphorgehalt und daher hoher Biomasse-Produktion. Unter (für sie) günstigen Umständen, vermehrt sie sich so stark, dass dichte Wolken im Teich zu beobachten sind.
Der Schleierschwanz ist eine Goldfisch-Zuchtform mit geteilter Schwanzflosse. Die aus dem China des 15. oder 16. Jahrhunderts stammenden Fische sind wesentlich wärmebedürftiger als Ihre langgestreckten Verwandten und empfindlicher gegenüber Verletzungen.
Damit sich Schildkröten in Ihrem Schwimmteich wohl fühlen, sollte der Flachwasserteil über einige Sumpf-Plfanzen verfügen (Schilf, Rohrkolben, Wasserlilie etc.). Auf Baumstämmen, die von der Seite ins Wasser ragen, können die Schildkröten sitzen. Aber auch direkt im Teich können sich gemütliche Sonneninseln befinden. Bei unter 20 Grad Wassertemperatur sollte man sie ins Haus holen.
Bambus ist nicht nur als dekorative Pflanze eine Bereicherung für Ihren Garten! Mit Bambus als robusten, preiswerten Baustoff können Sie fast alle Garten- und Teichträume umsetzen. Mehr dazu erfahren Sie hier im Schwimmteich.net
Der Skimmer, oder Oberflächenabsauger, reinigt die Wasseroberfläche von Verschmutzung und nährstoffreichen Eintragungen, die das Wasser trüben können.

Kapitel II

Begegnungen

- 1 -

Es ist Nacht. Die dezent im Schwimmteich platzierte Unterwasser-Beleuchtung ist dank der Zeitschaltuhr seit etwa einer Stunde aus. Alles ist ruhig, alle Bewohner des individuell gestalteten Schwimmteichs in der Berliner City schlafen. Nur ein paar kleine Wimperkugeln treiben gemütlich im Wasser.

Auch das Skalar-Pärchen hat sich in seinen Unterschlupf zurückgezogen. Während Aaron sich immer noch ein wenig darüber ärgert, dass sie ihm am Tag zuvor wieder einmal kaum zugehört hat, schläft Isabel bereits ganz fest. Dabei war er selbst unglaublich stolz auf seine genaue Erläuterung der Unterschiede von Schwimmteich und Naturpool. Am Ende schläft das kleine Skalar-Männchen aber doch ein, erschöpft von der Auseinandersetzung und müde nach einem heißen Sommertag in der Stadt.

 

- 2 -

„Och nö, schon wieder verschlafen!” Denkt Aaron (ohne es zu merken sehr laut, wie es ihm oft schon passiert ist), als er plötzlich durch unbekanntem Lärm aus dem festen Schlaf gerissen wird. Alles im Schwimmteich scheint sich in großem Aufruhr zu befinden. Jeder Fisch, jedes Krabbeltier, alle Schnecken, Käfer und Larven tummeln sich bei dem großen Felsen (der große Versammlungsort, wenn es im Teich etwas Wichtiges zu besprechen gibt) am Ende des Holzsteges.

Die Morgendämmerung drückt gerade noch die letzten Sonnenstrahlen durch den langsam weichenden Frühnebel über dem Teich, aber es scheint wirklich schon jeder da zu sein.
Mirko - der alte, meist sehr grummelige Wels (der schon seit dem Urknall im Teich leben muss);
Kris - die kleine neugierige, und manchmal sehr nervige, Garnele (aus Südostasien, darauf legt er immer sehr viel Wert);
Max - der fesche Schleierschwanz (die Flossen, findet Aaron zumindest, sehen eigentlich eher wie alte Vorhänge aus);
sogar Sven - die lahme Schildkröte, die Nicole (die Tochter der Besitzerin) vor ungefähr einem Jahr, vielleicht sogar zum Geburtstag, bekam (drei Monate brauchte sie, die Eltern zu überreden, drei Wochen hatte sie dann Spaß an der Schildkröte, bevor sie in den Teich 'verbannt' und vergessen wurde).

Weißband-Putzergarnele Kris und Skalar Aaron sind gespannt

Isabel ist natürlich auch schon da. „Sie hätte mich ja ruhig mal wecken können, wenn hier so viel los ist...” aber wirklich wundern tut es Aaron auch nicht, mit diesen Kleinigkeiten hat er sich eigentlich schon lange abgefunden.
„Was ist denn hier los?” Aaron ist zu Kris geschwommen, der hat wieder mal einen sehr guten Platz ergattert und weiß bestimmt mehr.
„Bin mir auch nicht sicher,” von der Garnele, die sonst immer über alles und jeden bescheid weiß „bin gerade erst angekommen. Aber irgendwas passiert: schau mal zum Steg hoch!”

 

- 3 -

Auf dem Steg – hochmodern und umweltbewusst mit Bambus gebaut – stehen derweil Frau Kratz-Knipp, ihre Tochter Nicole (gerade 21 geworden) und Herr F., der Schwimmteich-Pfleger (und nebenbei Todfeind der Bewohner unter Wasser).

Frau Kratz-Knipp, die 38-jährige Hausfrau („Mutter zu sein, ist eine Berufung, erfordert alle Kraft von mir und erlaubt keinen weiteren Beruf.”) ist der Chef im Haus. Ganz klar. Wie jeden Morgen steht sie zwar nur in Morgenmantel und Pantoffeln da, dass sie ihren Mann – immerhin schon 63 Jahre alt (und bereits die zweite Ehe für Sie) – aber ganz fest unter eben diese gestellt hat, wird jedem Teichbewohner jedes Wochenende (in der Woche sieht man ihn kaum im Garten oder am Schwimmteich) aufs Neue deutlich gemacht.

Nicole, ihre Tochter aus der ersten Ehe (wird zumindest angenommen), ist wohl ursprünglich der Grund für den Bau des Schwimmteichs gewesen. Mirko, der Wels, berichtet oft von der Zeit, in der sie noch ein kleines Mädchen war und ständig im Teich spielte und herumplanschte. Er ist der einzige, der schon in dieser grauen Vorzeit – für die anderen unvorstellbar lange her – hier im Teich lebte („Ich habe schon viele kommen und auch gehen sehen” sagt er immer wieder, worauf Kris, die Garnele, meist nur kontert, dass Fische gar nicht gehen können). Mittlerweile ist Nicole nur noch selten zum Spielen im Schwimmteich, manchmal kommt sie aber sogar mit ein oder zwei Freunden, und dann scheinen sie im Wasser zu ringen …

Herr F. gehört nicht zur Familie, er ist der Teichpfleger.
In unregelmäßigen Abständen kommt er vorbei, reinigt den Teich mit dem Schlammsauger, kontrolliert den Skimmer und untersucht die Pflanzen. Manchmal nimmt er auch etwas Wasser aus dem Teich in einem kleinen Behälter mit. Wie er genau heißt, weiß niemand hier, manche Teichbewohner vermuten sogar, dass das F auf seinem Namensschild für 'Fischfänger' steht. Ab und zu hat er tatsächlich schon Fische aus dem Teich gefangen - wiedergesehen wurden die dann von niemandem mehr!

Bambus-Steg am Schwimmteich

So stehen die drei nun also zusammen auf dem Steg. Frau Kratz-Knipp hat einen mit Wasser gefüllten Beutel in der Hand. Nicole scheint recht aufgeregt zu sein, drückt ständig ihre Nase dicht an den Beutel. „Der ist ja soooo süß!” wiederholt sie ununterbrochen „der schönste überhaupt.” Selbst als ihre Mutter den Beutel an Herrn F. übergibt, bleibt Nicole mit ihrem Gesicht dicht am Beutel kleben. „Na ja, jelb issa. Schön is anders.” beurteilt Herr F. nach einem kurz Blick in den Wasserbeutel (und mit deutlichem Berliner Dialekt). Er zieht nur kurz die Schultern hoch, hält den Beutel übers Wasser und dreht die Öffnung nach unten …

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Timmy - der Star des Monats

Timmy Kuhfisch Der mysteriöse Neuzugang aus Indonesien. Nach anfänglichen Problemen im neuen Schwimmteich (nicht nur mit dem Wasser), mischt er den eingefahrenen Alltag nach und nach auf. Kleinere wirbellose Bewohner sollten sich allerdings vor ihm in Acht nehmen.